Netzwerkkarte Inklusion (Sachsen)

Was ist die Netzwerkkarte Inklusion (Sachsen)?
Die Netzwerkkarte Inklusion ist Teil des Projekts DigiNet Inklusion. Ziel ist es, eine Website für Sachsen anzubieten, auf der Unterstützungsangebote für Kinder im Alter von 0-6 Jahren, ihre Familien und pädagogische Fachkräfte gefunden werden können.
Sie befinden sich hier auf der Infoseite zur Netzwerkkarte Inklusion (Sachsen).
Die Karte finden Sie unter:
Welche Angebote sind auf der Netzwerkkarte zu finden?
Kindliche Entwicklung (Motorik, Sehen, Hören, Emotion/Verhalten, Sprache …)
In den Auswahlkategorien Motorik, Sehen, Hören, Emotion/Verhalten, Sprache finden Sie Angebote für Kinder und Ihre Familien, die in diesen Bereichen Unterstützung oder eine diagnostische Abklärung brauchen. Logopäd:innen/Sprachtherapeut:innen, Ergotherapeut:innen und Physiotherapeut:innen in Ihrer Nähe können Sie über die entsprechenden Berufsverbände finden, diese werden jeweils als erste Treffer in den passenden Rubriken gelistet. Besteht Unterstützungsbedarf oder Abklärungsbedarf in mehreren Entwicklungsbereichen (also z.B. Fragen im Bereich Sprache und Verhalten), empfehlen wir, die Kategorie Allgemeine Entwicklungsverzögerung auszuwählen, außerdem finden Sie Angebote für Kinder mit Komplexer Behinderung/ Mehrfachbehinderung in der gleichnamigen Rubrik.
Wenn Sie als Eltern oder Kita-Fachkraft eine erste Orientierung suchen, wo Sie weitere Unterstützung und Beratung finden, sind in vielen Landkreisen bereits so genannte Verfahrenslotsen tätig, diese finden Sie über die Schlagwortsuche unter Verfahrenslotsen oder in der Rubrik Teilhabeberatung.
Für eine erste Beratung von Eltern, die sich Sorgen um die Entwicklung ihres Kindes machen, bieten die örtlichen interdisziplinären Frühförderstellen (zu finden über die Rubriken Allgemeine Entwicklungsverzögerung oderKomplexe Behinderung/ Mehrfachbehinderung) ein niedrigschwelliges offenes Beratungsangebot an und ggf. auch weiterführende Diagnostik. Erste Ansprechpartner*innen bei Sorgen über die Entwicklung eines Kindes sind in der Regel die Kinderärzt*innen, die das Kind bereits kennen, diese können auch Empfehlungen für eine weiterführende Abklärung geben.
Migration
Flüchtlings- und Migrationsberatungen bieten umfassende Unterstützung, um den Weg in ein neues Leben zu erleichtern. Sie helfen bei der Orientierung in der neuen Umgebung, stehen bei persönlichen und Alltagsfragen zur Seite und informieren über soziale Hilfsangebote. Dabei arbeiten sie eng mit anderen Beratungsstellen, Institutionen und Vereinen zusammen und unterstützen bei der Kontaktaufnahme zu Familienangehörigen. Zusätzlich begleiten sie Betroffene bei Anträgen, z. B. für die sächsische Härtefallkommission, und organisieren Veranstaltungen zur Integration. Familien mit Kindern bieten sie zudem vor allem im Kontext von Schule Unterstützung bei notwendigen Dingen wie Schulanmeldung, Hilfe bei der Beantragung von finanziellen, schulischen Mitteln, Informationsveranstaltungen zum Schulbesuch (z.B. Schulbeginn und Schulpflicht, Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule). Sie unterstützen aber auch Eltern mit Migrationshintergrund, deren Kinder einen besonderen Förderbedarf haben und bieten teilweise auch Dolmetscherdienste an. Außerdem sind in der Rubrik Migration auch weitere Unterstützungs- und Freizeitangebote zu finden, die sich explizit an Familien mit Migrationshintergrund wenden.
Gesundheit & Pflege (z.B. Kliniken, stationäre Pflege, chronische Erkrankungen, Sport …)
Die Kategorie Gesundheit/Pflege umfasst eine Vielzahl von Angeboten, die darauf ausgerichtet sind, die Gesundheit sowie das Wohlbefinden von Kindern zu fördern und deren Familien sowie Fachkräfte gezielt zu unterstützen. Diese Angebote zielen darauf ab, Kindern in herausfordernden Lebenssituationen bestmögliche Unterstützung zu bieten und ihre Entwicklung, Gesundheit und Lebensqualität zu stärken.
In dieser Rubrik finden Sie u.a.:
Frühkindliche Gesundheitsberatungsstellen sind ein wichtiger Anlaufpunkt für Eltern, die Unterstützung bei Themen wie Entwicklung, Ernährung oder Prävention suchen. Sie helfen dabei, frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren.
Psychosoziale Beratungsstellen stehen Familien in schwierigen Lebenslagen zur Seite, sei es bei familiären Konflikten, psychischen Belastungen oder anderen Herausforderungen, die das Wohl der Kinder betreffen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Kategorie sind Sportangebote für Kinder mit Behinderung und Familien. Von Sportgruppen für Kinder mit speziellen Bedürfnissen bis hin zu inklusiven Sportvereinen und Eltern-Kind-Sportangeboten wird ein breites Spektrum an Aktivitäten geboten, das zur Förderung der Gesundheit sowie Stärkung der körperlichen und psychischen Ressourcen beiträgt.
Sozialpädiatrische Zentren spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnostik und Behandlung von Kindern mit Entwicklungsauffälligkeiten, Behinderungen oder chronischen Erkrankungen. Neben medizinischer Betreuung werden in Zusammenarbeit mit Eltern und Fachkräften individuelle Fördermöglichkeiten entwickelt. In der Kategorie Gesundheit/ Pflege finden Sie außerdem Kinderhospize und ambulante Kinderhospizdienste, die Familien mit progredient und/oder lebensverkürzend erkrankten Kindern Begleitung und Unterstützung in einer belastenden Lebensphase bieten.
Kinderschutz
Die Kategorie Kinderschutz umfasst Angebote, die gezielt darauf ausgerichtet sind, Kinder und Jugendliche in gefährdenden oder belastenden Lebenssituationen zu schützen, zu stärken und zu begleiten. Diese Angebote richten sich sowohl an junge Menschen selbst als auch an Eltern, Fachkräfte und weitere Bezugspersonen. Ziel ist es, Gefährdungen vorzubeugen, akute Krisen zu bewältigen und langfristige Sicherheit sowie Perspektiven für ein stabiles Leben zu schaffen.
Kinderschutzbündnisse und Fachstellen zur Prävention sexueller und sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche setzen sich für das Wohl von Kindern ein. Sie bieten Aufklärung, Beratung und Unterstützung sowohl für Betroffene als auch für Eltern, Fachkräfte und weitere Bezugspersonen. Sie bieten auch Beratung bei konkreten Verdachtsfällen oder bei der Entwicklung von Kinderschutzkonzepten.
Kinder- und Jugendnotdienste bieten jungen Menschen in akuten Krisensituationen eine erste Anlaufstelle. Hier finden sie Schutz, Unterstützung und, wenn nötig, vorübergehende Unterkunft. Beratungsstellen für suizidgefährdete junge Menschen stehen Kindern und Jugendlichen in besonders belastenden Lebenslagen zur Seite. Sie bieten einfühlsame Gespräche, Stabilisierung und Perspektiven, um die Krise zu bewältigen und das Leben wieder positiv zu gestalten.
Anonyme Schutzhäuser bieten Kindern und Jugendlichen, die von Gewalt oder Missbrauch betroffen oder bedroht sind, einen geschützten Raum. Neben der sicheren Unterbringung erhalten die Betroffenen Unterstützung, um traumatische Erfahrungen zu verarbeiten und neue Lebenswege zu finden.
Beratungs- und Interventionsstellen gegen häusliche Gewalt und Stalking (BIS) bieten Betroffenen gezielte Hilfe in akuten Bedrohungslagen. Sie helfen dabei, Schutzmaßnahmen zu ergreifen und langfristige Sicherheit zu gewährleisten.
Ein wichtiger Bestandteil des Kinderschutzes sind außerdem Stellen, die sich auf die Betreuung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen konzentrieren, die von rechtsmotivierter oder rassistischer Gewalt sowie anderen Formen von Diskriminierung betroffen sind.
Teilhabeberatung (z.B. Beratung zu Leistungen, Selbsthilfe …)
Unter der Kategorie Teilhabeberatung lassen sich verschiedene Angebote zusammenfassen, welche alle das gemeinsame Ziel haben, Menschen in ihrer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen. Ergänzende unabhängige Teilhaberatungsstellen (EUTBs) unterstützen Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen sowie deren Angehörige dabei, ihre Rechte und Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wahrzunehmen. Es handelt sich um ein Angebot, das im Rahmen des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) ins Leben gerufen wurde. Die Beratung ist unabhängig, kostenlos und auf Augenhöhe und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Ratsuchenden.
Die Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen (KISS) dienen als zentrale Anlaufstellen, um Menschen, die Unterstützung suchen, mit passenden Selbsthilfegruppen zu vernetzen. Sie bieten Beratung, Information und organisatorische Unterstützung für bestehende und neu zu gründende Gruppen.
Wer nach einer passeneden Selbsthilfegruppe in Sachsen sucht, findet über die Landeskontaktstelle für Selbsthilfe (LAKOS, www.selbsthilfe-sachsen.de) Informationen.
Familienberatung
Die Kategorie Familienberatung beinhaltet vielfältige Unterstützungsangebote für Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche bei den unterschiedlichsten Herausforderungen des Familienlebens. Ziel der Angebote ist es, Orientierung zu geben, Konflikte zu bewältigen und individuelle Lösungen für schwierige Situationen zu entwickeln.
Erziehungs- und Familienberatungsstellen sind zentrale Anlaufstellen in dieser Kategorie. Sie helfen Eltern bei Fragen rund um Erziehung, beispielsweise bei Unsicherheiten im Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten, Hoch- und Höherbegabung oder der Förderung von Kindern. Auch Jugendliche können hier Unterstützung finden, etwa bei Konflikten mit den Eltern oder der Bewältigung persönlicher Herausforderungen.
Familienberatungsangebote umfassen neben der Stärkung der Erziehungskompetenz auch Themen wie Gesundheitsförderung, kulturelle Bildung, Haushalts- und Lebensführung sowie Freizeitgestaltung. Darüber hinaus werden Möglichkeiten zur Förderung des sozialen Engagements von Familien geboten, um das familiäre Miteinander und die gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.
Ein weiteres wichtiges Thema in der Familienberatung ist die Unterstützung bei familiären Konflikten. Mediationsgespräche helfen, Spannungen zu lösen und Wege zu einer konstruktiven Kommunikation zu finden. Dies kann insbesondere bei Trennung oder Scheidung hilfreich sein, um den Übergang für alle Beteiligten, insbesondere die Kinder, so harmonisch wie möglich zu gestalten.
Familien(bildungs)zentren bieten niederschwellige Unterstützung in Form von Kursen, Workshops oder offenen Gesprächsrunden. Themen wie Familienorganisation, finanzielle Fragen oder der Umgang mit Belastungssituationen werden hier in einem ganzheitlichen Rahmen behandelt.
Schwangerenberatungsstellen spielen eine besondere Rolle bei der Familienplanung, der Unterstützung während einer Schwangerschaft und der Trauerbegleitung bei Fehlgeburten. Sie stehen Familien auch in sensiblen Situationen wie einem Schwangerschaftsabbruch oder dem Verlust eines Kindes zur Seite und bieten professionelle Unterstützung zur Bewältigung dieser Erfahrungen.
Wer kann nach Angeboten suchen?

Eltern
Eltern können gezielt nach passenden Angeboten für ihre Kinder suchen, sei es im Bereich Betreuung, Förderung oder Freizeit.

Fachkräfte
Fachkräfte von Kindertageseinrichtungen finden Ressourcen zur Unterstützung der kindlichen Entwicklung – von Weiterbildungsangeboten bis zur Fachberatung und können für Familien Unterstützungsangebote suchen.
Wir bemühen uns, nur seriöse und korrekte Angebote in unsere Netzwerkkarte aufzunehmen. Dennoch können uns Fehler beim Einpflegen unterlaufen. Bitte melden Sie uns diese entweder direkt über die Funktion „Problem melden“ in dem jeweiligen Angebot in der Netzwerkkarte oder schreiben Sie uns eine E-Mail an diginet.inklusion@uni-leipzig.de.
Kontaktieren Sie uns und wir nehmen das Angebot in unsere Netzwerkkarte auf, sofern es in unsere Konzeption passt.
Derzeit existiert die Netzwerkkarte Inklusion nur für Sachsen. Es ist jedoch denkbar, dass in Zukunft auch Netzwerkkarten für andere Bundesländer entwickelt werden. Haben Sie Interesse an der Umsetzung der Netzwerkkarte für ein anderes Bundesland? Kontaktieren Sie uns!
Das Angebot dieser Berufsgruppen ist so umfangreich und dynamisch, dass eine Aktualisierung der Netzwerkkarte hierfür zu zeitaufwändig wäre. Wir verweisen daher bei diesen Berufsgruppen auf die entsprechenden Seiten der Verbände, die eigene Suchdienste anbieten. Diese Verbände finden Sie in der Liste an erster Stelle der jeweiligen Kategorie.
Kontaktieren Sie uns gerne mit Ihrem Anliegen per Mail an diginet.inklusion@uni-leipzig.de